Mut zur Zukunft machen - das Prinzip der Gestaltungskompetenz

Bei unseren Maßnahmen zum Globalen Lernen orientieren wir uns am Prinzip der „Gestaltungskompetenz“, einer wichtigen Grundlage der Bildung für nachhaltige Entwicklung, konzipiert von Professor Gerhard de Haan, Vorsitzender des deutschen Nationalkomitees der UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung. Folgende vier Komponenten der Gestaltungskompetenz spielen für uns eine hervorgehobene Rolle:

  • Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen;
  • Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidung- und Handlungsgrundlage zu nutzen verstehen;
  • Fähig sein, Empathie für andere zeigen zu können;
  • Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden;

Bildung für nachhaltige Entwicklung soll Mut zur Zukunft machen, Angst vor Komplexität nehmen - und stets aufs Neue anregen, die Gestaltung der Globalisierung auch als Herausforderung auf lokaler und regionaler Ebene zu begreifen. Zum Ende der UN Dekade 2014 äußerte Professor de Haan: „Wir haben zwar in allen Bildungsbereichen die Grundlagen geschaffen, auf denen weiter aufgebaut werden kann, um nachhaltige Entwicklung zu einem selbstverständlichen Bestandteil einer zukunftsfähigen Bildung zu machen, die entscheidenden Schritte zur Implementierung in die Strukturen und den Alltag des Bildungssystems hinein liegen aber noch vor uns.“

Eine längerer Vortrag von Professor Gerhard de Haan, als Bilanz der UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, wurde vom deutschen Nationalkomitee für die Dekade am 6. Januar 2015 auf YouTube ins Netz gestellt:


Weltladen TOP 21: Teilnahme am „Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Das übergreifende Ziel des von der UNESCO getragenen WAP ist es, „Aktivitäten auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Bildung anzustoßen und zu intensivieren, um den Prozess hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu beschleunigen“.

Zielsetzung 1:

„Neuorientierung von Bildung und Lernen, so dass jeder die Möglichkeit hat, sich das Wissen, die Fähigkeiten, Werte und Einstellungen anzueignen, die erforderlich sind, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen”

Zielsetzung 2:

„Stärkung der Rolle von Bildung und Lernen in allen Projekten, Programmen und Aktivitäten, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen”

Zwei wesentliche Handlungsfelder sind dabei, die Entwicklung lokaler Bildungslandschaften zu fördern und verstärkt jugendliche Zielgruppen an BNE-Maßnahmen zu beteiligen. Auf eben diesen Handlungsfeldern ist der Weltladen TOP 21 bereits während der UN Dekade tätig gewesen, dieses soll im Rahmen des WAP fortgeführt werden.

 

Veranstaltungen zu den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen

Im September 2015 haben alle 193 UN Mitgliedsstaaten 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Developement Goals / SDGs) beschlossen. Diese sollen bis 2030 umgesetzt werden. Das Weltaktionsprogramm (WAP) Bildung für nachhaltige Entwicklung ist im Kontext der SDGs zu sehen. Insgesamt hat die Bildung einen hohen Stellenwert bei den SDGs: Das ehrgeizige Ziel lautet, bis 2030 „gute Bildung“ in allen UN Mitgliedsstaaten zu verwirklichen. Ein weiteres zentrales Nachhaltigkeitsziel (SDG Nr. 12) der UN besteht darin, nachhaltige Produktionsweisen und nachhaltigen Konsum zu erreichen.

Ein Kernanliegen des Fairen Handels. Aus diesem Grunde hat der Weltladen TOP 21 bei verschiedenen Anlässen die UN Nachhaltigkeitsziele / SDGs behandelt:

So auf einer in Kooperation mit dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI) durchgeführten Veranstaltung unter dem Titel „Kann Konsum die Welt retten?“ zu SDG 12 am 26. Mai 2016. Bei dieser Veranstaltung hatte TOP 21 die jungen Referenten Taina Arndt-Pump (Brasilien), Theophile Mian (Elfenbeinküste) und Minh Theo (Vietnam) ein-gesetzt, die u. a. über aktuelle Entwicklungen in ihren Ländern berichteten.

Behandelt wurden die SDGs auch bei verschiedenen Maßnahmen zum Globalen Lernen mit Schulen. Auf einer Kooperationsveranstaltung mit der VHS Elmshorn, unter dem Titel „Welt am Abgrund oder vor der Rettung?“, am 29. September 2016, waren die UN Nachhaltigkeitsziele ebenfalls Thema im Weltladen TOP 21.

 

TOP 21-Projekt „Bildung nachhaltig fairmitteln“

Diese aktuelle Projekt von TOP 21 (bis Mitte 2018 vorgesehen), gefördert von der BINGO Umweltlotterie Schleswig-Holstein und dem Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche (KED), versteht sich als Beitrag zum „Weltaktionsprogramm (WAP) Bildung für nachhaltige Entwicklung“, das 2015 startete und für 5 Jahre an die UN Dekade anschließt. Im Rahmen des WAP soll BNE in Deutschland - zuständig für die bundesweite Umsetzung sind das Bundesbildungsministerium und die Deutsche UNESCO-Kommission - nicht nur erhalten, sondern gestärkt werden: „Neuen Ansätzen sowie den Kommunen ist besonderer Raum zu geben“. Als prioritäre 5 Handlungsfelder des WAP sind benannt:

  • Politische Unterstützung
  • Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen
  • Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren
  • Stärkung und Mobilisierung der Jugend
  • Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene

Gerade auf den Feldern 4 und 5 möchten wir aktiv werden, aufbauend auf Erfahrungen und bereits vorhandenen Netzwerkverbindungen, deren weiterer Ausbau geplant ist. In einer Analyse des WAP kommt Professor Marco Rieckmann von der Universität Vechta, der sich seit Jahren mit BNE befasst, zu dem Fazit:

„Das WAP bietet gute Anknüpfungspunkte für die Förderung lokaler und globaler Bildungs-partnerschaften. Lokale und globale Bildungspartnerschaften können die Umsetzung der WAP-Ziele befördern.“

Das Projekt wäre auch ein regionaler Beitrag im Kontext der „2030-Agenda“, die 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet wurde und 17 Hauptziele im Sinne einer weltweit nachhaltigen Entwicklung verfolgt. Zu diesen zählt auch (Ziel 12), nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen sicherzustellen - ein Kernthema unserer Aktivitäten. Einen hohen Stellenwert hat zudem Ziel 4 „Bildung für alle“, wobei der BNE entscheidende Bedeutung zugemessen wird. Im Unterziel 4.7 heißt es:

„Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifika-tionen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechter-gleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft. Wert-schätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung.“

  • Generelle Projektziele:
    Beiträge zur Stärkung des Fairen Handels insbesondere im Gebiet des Kreises Pinneberg, u. a. durch Maßnahmen an Schulen, Weiterbildungseinrichtungen, mit kirchlichen Gruppen und kommunalen Einrichtungen sowie darüber hinaus mit unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Akteuren (Vereine, Gruppen, Initiativen);
  • Beiträge zum Ausbau bzw. zur stärkeren Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Kreisgebiet, wobei insbesondere das Element des Globalen Lernens innerhalb von BNE betont werden soll - um das Bewusstsein für internationale Partnerschaft und interkulturelle Verständigung in der Region zu fördern;
  • Vermittlung von Inhalten des (seit Ende 2015 für 5 Jahre laufenden) „Weltaktions-programms“ (WAP), das an die UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005 - 2014) anschließt, das als ein prioritäres Handlungsfeld die
  • Stärkung von nachhaltiger Entwicklung auf lokaler und regionaler Ebene vorsieht;
  • Beiträge zum Aufbau eines BNE-Netzwerkes in der Region, wobei neben Aus-tauschrunden möglichst gemeinsame, übergreifende Aktionen verabredet und realisiert werden sollen, ebenso Einzelmaßnahmen.

 

Zukunftspreis 2015 für Arbeit mit Jugendgruppen

„Der ,Zukunftspreis Schleswig-Holstein‘ gibt uns Rückenwind für unsere vielfältige Aktivitäten mit Schulen“, so Albert Röhl vom Weltladen TOP 21 in Elmshorn. Der mit 500 Euro dotierte Preis war dem gemeinnützigen Verein und Weltladen am 17. November 2015 an der Uni Kiel vom Verein „Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein“ verliehen worden.

Ziel des Vereins, der 1997 als Förderverein der Umweltakademie Schleswig-Holstein gegründet worden war, ist es, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schleswig-Holstein voran zu bringen. Insgesamt waren 20 Projekte eingereicht worden.

Prämiert wurde die vielfältige Projektarbeit von TOP 21 mit Schulen. Dazu zählen zum Beispiel Unterrichtseinheiten:

  • Zum Fairen Handel;
  • Vorträge zu verschiedenen Themen;
  • Die Unterstützung bei Projekttagen und Beratungen;
  • Wie Schulen sich im Rahmen der Kampagne „Fairtrade-Schools“ bewerben können;

Auch eine Veranstaltung mit dem Lehrkräfte-Fortbildungs-institut IQSH Schleswig-Holstein konnte im November bei TOP 21 durchgeführt werden, geleitet von Caren Westermann, die beim IQSH für das Fach Geographie zuständig ist.